Holocaust und extreme Rechte: Ein Abend für historische Klarheit in Erfurt


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Wenn Geschichte zur politischen Waffe wird
Wie wird der Holocaust geleugnet, verharmlost oder relativiert – und welche Rolle spielen solche Strategien in der extremen Rechten? Der Vortrag mit anschließendem Podiumsgespräch im Erinnerungsort Topf & Söhne widmet sich am 27. Oktober 2026 einem hochaktuellen Thema der historischen Bildungsarbeit und demokratischen Erinnerungskultur.
Historische Einordnung mit Dr. Maik Tändler
Den Auftakt bildet ein Vortrag von Dr. Maik Tändler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München–Berlin. Tändler forscht zur Geschichte des Konservatismus, zu rechtsintellektuellen Netzwerken und zur Entwicklung der extremen Rechten in Deutschland. Seine Arbeiten verbinden quellengestützte Geschichtswissenschaft mit einer präzisen Analyse politischer Ideen und gesellschaftlicher Wirkung.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie rechtsextreme Akteure historische Fakten umdeuten, NS-Verbrechen ausblenden oder die Erinnerung an den Holocaust politisch instrumentalisieren. Damit eröffnet die Veranstaltung einen fundierten Zugang zu einem Themenfeld, das für Geschichtsunterricht, politische Bildung und die öffentliche Debatte gleichermaßen relevant ist.
Podiumsgespräch über Erinnerung und Verantwortung
Im Anschluss folgt ein Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Christiane Kuller, die an der Universität Erfurt zu Neuerer und Zeitgeschichte sowie Geschichtsdidaktik arbeitet, und Prof. Dr. Annegret Schüle vom Erinnerungsort Topf & Söhne. Moderiert wird die Diskussion von Michael Weise, Historiker*innen für eine demokratische Gesellschaft.
Die Gesprächsrunde erweitert den Vortrag um unterschiedliche Perspektiven: historische Forschung, Geschichtsdidaktik, museale Erinnerungsarbeit und demokratische Zivilgesellschaft treffen aufeinander. Das Veranstaltungsformat schafft Raum für Einordnung, kontroverse Fragen und eine sachliche Auseinandersetzung mit Mechanismen des Geschichtsrevisionismus.
Ein Erinnerungsort mit besonderer Bedeutung
Der Erinnerungsort Topf & Söhne in Erfurt bietet für dieses Thema einen besonders eindringlichen Rahmen. Die Ausstellung und Bildungsarbeit des Hauses beschäftigen sich mit der Geschichte des Unternehmens Topf & Söhne und seiner Beteiligung an den nationalsozialistischen Vernichtungsverbrechen. Das Ambiente verbindet historische Verantwortung mit einer offenen, dialogorientierten Veranstaltungskultur.
Die Publikumsstimmung entsteht dabei nicht durch leichte Unterhaltung, sondern durch konzentrierte Aufmerksamkeit, Nachdenklichkeit und den gemeinsamen Austausch. Für die Veranstaltungsplanung ist das Format besonders interessant, weil es Vortrag, Podiumsdiskussion und politische Bildung miteinander verbindet.
Fazit: Geschichte verstehen, Demokratie stärken
Besucherinnen und Besucher erwartet ein fachlich fundierter Abend über Holocaustleugnung, Geschichtsrevisionismus und die Strategien der extremen Rechten. Der Vortrag und das anschließende Podiumsgespräch laden dazu ein, historische Zusammenhänge zu prüfen, aktuelle Debatten besser einzuordnen und Verantwortung in der Erinnerungskultur zu diskutieren. Der Eintritt ist frei.
Offizielle Kanäle von Dr. Maik Tändler:
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