Black Honey in Erfurt: Avraham Sutzkevers Leben und Poesie im Film


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Jiddische Sprachkunst und Erinnerung im Film: Avraham Sutzkever in Erfurt
Am 22. Oktober 2026 widmet sich die Kleine Synagoge Erfurt dem Leben und Werk von Avraham Sutzkever. Der Dokumentarfilm Black Honey: The Life & Poetry of Avraham Sutzkever zeichnet das außergewöhnliche Leben einer zentralen Stimme der modernen jiddischen Kultur nach. Die Veranstaltung verbindet Film, Literaturgeschichte und Erinnerungskultur im Rahmenprogramm der Ausstellung Jiddisch/ייִדיש – Von den Anfängen bis zum Buchdruck.
Ein Dichter zwischen Sprache, Verfolgung und Überleben
Avraham Sutzkever gilt als einer der bedeutendsten jiddischen Dichter des 20. Jahrhunderts. Der Film folgt den entscheidenden Stationen seines Lebens: seinem Widerstand gegen die Nationalsozialisten als Mitglied der sogenannten Papierbrigade, seiner Rettung aus dem Holocaust, seiner Aussage bei den Nürnberger Prozessen und seinem späteren Wirken in Israel.
Sutzkevers Biografie macht sichtbar, wie eng literarische Qualität, sprachliche Identität und historische Erfahrung miteinander verbunden sind. Jiddisch erscheint dabei nicht nur als Kommunikationssprache, sondern als poetischer Resonanzraum für Erinnerung, Verlust und kulturelle Selbstbehauptung.
Film und Gespräch in der Kleinen Synagoge
Gezeigt wird Black Honey in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Die filmische Annäherung verbindet biografische Recherche, historische Zeugnisse und die Sprachkunst Sutzkevers zu einem eindringlichen Porträt. Im Anschluss erhält das Publikum eine besondere Perspektive auf sein Werk: Hadas Kalderon, Sutzkevers Enkelin, wird per Video-Call live aus Israel zu einem Gespräch zugeschaltet.
Kalderon arbeitet als Schauspielerin, Dramatikerin und Regisseurin und beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit dem literarischen Erbe ihres Großvaters. Ihre künstlerische Arbeit umfasst auch Stücke über Sutzkevers Leben und Werk. Dadurch entsteht eine unmittelbare Autor-Begegnung über Generationen, Länder und Medien hinweg.
Jiddische Literatur als kulturelles Gedächtnis
Die Veranstaltung fügt sich in das Begleitprogramm der Ausstellung über die Geschichte der jiddischen Sprache ein. Zwischen historischen Sprachzeugnissen, Buchdruck und moderner Literatur öffnet der Film einen Zugang zu einer Kultur, deren narrative Kraft von Verfolgung, Migration und Neubeginn geprägt ist.
Die Lesungs-Atmosphäre der Kleinen Synagoge, die konzentrierte Bildsprache des Dokumentarfilms und das anschließende Gespräch versprechen ein literarisches Erlebnis mit historischer Tiefe. Der Abend richtet sich an Literaturinteressierte, an Besucherinnen und Besucher der Jiddisch-Ausstellung sowie an alle, die sich für jüdische Geschichte, Film und kulturelle Erinnerung interessieren.
Fazit: Ein Abend für Literatur, Film und Erinnerung
Black Honey macht Avraham Sutzkever als Dichter, Überlebenden und prägenden Vermittler jiddischer Kultur erfahrbar. Film und Gespräch verbinden persönliche Geschichte mit literarischer Analyse und eröffnen einen eindringlichen Blick auf die Bedeutung von Sprache nach der Katastrophe. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Wer jiddische Literatur und Erinnerungskultur nicht nur betrachten, sondern im gemeinsamen Raum erleben möchte, findet in der Kleinen Synagoge einen besonderen Abend.
Offizielle Kanäle von Avraham Sutzkever:
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