Erfurt 2026: Wie antijüdische Verschwörungserzählungen die Welt prägten


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Antijüdische Verschwörungserzählungen im historischen Wandel
Wie werden antisemitische Mythen über Jahrhunderte weitergetragen, verändert und global verbreitet? Das Podium Von „Brunnenvergiftern“ zu den „Globalisten“ im Rahmen des Festivals „Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte“ führt am 29. Oktober 2026 in der Kleinen Synagoge Erfurt vom europäischen Mittelalter bis in die digitale Gegenwart.
Vom mittelalterlichen Feindbild zum modernen Verschwörungscode
Im Mittelpunkt steht die lange Geschichte antijüdischer Verschwörungserzählungen. Die Diskussion beleuchtet Motive wie die Anschuldigungen der Brunnenvergiftung, des Kindsmords und Darstellungen der sogenannten Judensau. Solche Bilder bildeten immer wieder eine geistige Grundlage für Ausgrenzung, Verfolgung und Pogrome.
Erfurt als Schauplatz globaler Propaganda
Eine besondere Rolle spielt die Geschichte des in Erfurt ansässigen nationalsozialistischen „Weltdienstes“. Die Veranstaltung fragt, wie antisemitische Erzählungen und Bildmotive im 19. und 20. Jahrhundert über politische und kulturelle Grenzen hinweg verbreitet wurden und weshalb sie bis heute anschlussfähig bleiben.
Historische Expertise trifft Gegenwartsanalyse
Auf dem Podium diskutieren Prof. Dr. Sabine Schmolinsky, Michael Weise und Prof. Dr. Uffa Jensen. Ihre Perspektiven reichen von der mittelalterlichen Geschichte des jüdischen Lebens über die Erforschung des NS-„Weltdienstes“ bis zur Analyse visuellen Antisemitismus im World Wide Web. Moderiert wird das Gespräch von Dr. Andreas Braune, wissenschaftlicher Leiter des Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte. Die Begrüßung übernimmt Michael Panse, Beauftragter der Thüringer Landesregierung für jüdisches Leben und die Bekämpfung des Antisemitismus.
Ein Abend für kritische Erinnerungskultur
Das Podium verbindet Geschichtswissenschaft, politische Bildung und aktuelle Medienanalyse. Es zeigt, wie antisemitische Codes funktionieren, wie sie sich in unterschiedlichen Milieus verbreiten und weshalb ein genauer Blick auf Sprache, Bilder und digitale Kommunikation unverzichtbar bleibt. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit hist4dem und dem Netzwerk Jüdisches Leben Erfurt statt.
Fazit: Besucherinnen und Besucher erwartet ein fundierter, aufklärender Abend über die historischen Wurzeln und die globale Gegenwart antisemitischer Verschwörungserzählungen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer Geschichte, Erinnerungskultur und demokratische Debatten live erleben möchte, findet in der Kleinen Synagoge einen wichtigen Ort für Austausch und Reflexion.
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