Flüchtlingsgespräche im Erinnerungsort Topf & Söhne: Erfurt erlebt eine Ausstellung über Flucht und Ankommen


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Ein neuer Blick auf Flucht, Ankunft und Erinnerung in Erfurt
Mit der Eröffnung der Sonderausstellung Flüchtlingsgespräche im Erinnerungsort Topf & Söhne rückt am 27. September 2026 ein ebenso sensibles wie hochaktuelles Thema in den Mittelpunkt: Flucht als historische Erfahrung und als Gegenwartserzählung. Das Ausstellungsgespräch mit Christian Lehsten, Kurator der Schau, eröffnet einen Reflexionsraum, in dem persönliche Lebensgeschichten, historische Dokumente und gesellschaftliche Verantwortung zusammenfinden.
Wenn Erinnerung zur Gegenwart spricht
Die Ausstellung gibt Einblicke in acht Fluchtgeschichten. Vier ältere Menschen berichten von ihrer Kindheit auf der Flucht im Jahr 1945, vier jüngere Stimmen erinnern an das Ankommen in einer Asylbewerberunterkunft in Dabel. So entfaltet sich eine vielschichtige Erzählung über Verlust, Hoffnung, Fremdheit und die oft mühsame Suche nach einem Ort, der Heimat werden kann.
Besonders eindrucksvoll ist die Verbindung von Zeitgeschichte und Gegenwartsbezug. Die biografischen Perspektiven machen sichtbar, wie eng historische Vertreibungserfahrungen und heutige Migrationsrealitäten miteinander verwoben sind. Wer sich für Ausstellungen mit gesellschaftlicher Relevanz interessiert, erlebt hier keine distanzierte Betrachtung, sondern eine dichte ästhetische Erfahrung zwischen Zeugenschaft und Empathie.
Ein Ort der Bildung und der kritischen Werkbetrachtung
Der Erinnerungsort Topf & Söhne versteht sich als historischer Lernort mit klarer pädagogischer Haltung. Die Sonderausstellung ist im Rahmen der Interkulturellen Woche der Landeshauptstadt Erfurt verankert und fügt sich in die Bildungsarbeit des Hauses ein. Gerade im Zusammenspiel von Ausstellungsgespräch und Ortsspezifik entsteht eine Atmosphäre, die nicht nur informiert, sondern Fragen nach Verantwortung, Ausgrenzung und demokratischer Haltung offenhält.
Der Blick auf Fluchtgeschichten gewinnt hier zusätzliche Tiefe, weil der Erinnerungsort selbst für die Auseinandersetzung mit Mittäterschaft, Menschenwürde und historischer Aufklärung steht. Die Kuratierung setzt auf Klarheit, Authentizität und historische Resonanz. Das Ergebnis ist ein Kunsterlebnis im erweiterten Sinn: dokumentarisch, berührend und intellektuell wach.
Besuch vor Ort: kompakt, zugänglich und kostenfrei
Die Veranstaltung findet am Sonntag, 27. September 2026, von 11:00 bis 13:00 Uhr statt. Der Erinnerungsort Topf & Söhne liegt im Sorbenweg 7 in Erfurt und ist gut erreichbar. Der Eintritt zum Erinnerungsort ist kostenfrei. Auch die Barrierefreiheit ist gut ausgebaut: Es gibt stufenlosen Zugang, einen Aufzug, eine mobile Rampe, ein Rollstuhl-WC sowie einen Parkplatz für Gäste im Rollstuhl.
Damit bietet die Eröffnung ideale Voraussetzungen für einen kulturell anspruchsvollen Besuch: als Nachdenken über Geschichte, als Begegnung mit Gegenwart und als Einladung, gesellschaftliche Fragen im Museum neu zu sehen.
Fazit: Wer Flucht nicht als abstraktes Schlagwort, sondern als menschliche Erfahrung verstehen will, findet in Flüchtlingsgespräche einen eindrucksvollen Ausgangspunkt. Die Ausstellung verbindet historische Tiefe mit aktueller Dringlichkeit und lohnt den Besuch unbedingt live in Erfurt.
Offizielle Kanäle von Erinnerungsort Topf & Söhne:
- Instagram: https://www.instagram.com/erinnerungsort_topfundsoehne/
- Facebook: https://www.facebook.com/erinnerungsort.topfundsoehne/
- YouTube: Kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://www.topfundsoehne.de/ts/de/index.html






